Steuernews 2022



 

Arbeitsplatzpauschale


Ab 2022 kannst du eine Arbeitsplatzpauschale für Aufwendungen aus der betrieblichen Nutzung der Wohnung als Betriebsausgabe geltend machen. Dabei sind folgende Voraussetzungen und Bestimmungen zu beachten:


Das Arbeitsplatzpauschale steht nur zu, wenn zur Ausübung der betrieblichen Tätigkeit kein anderer Raum zur Verfügung steht. Die Berücksichtigung von Aufwendungen entsprechend den bestehenden steuerlichen Regelungen für ein Arbeitszimmer schließt das Arbeitsplatzpauschale aus.

Bei mehreren Betrieben steht das Arbeitsplatzpauschale nur einmal zu.

Das Arbeitsplatzpauschale beträgt für ein Wirtschaftsjahr:

  • € 1.200,00, wenn du im Kalenderjahr keine anderen Einkünfte aus einer aktiven Erwerbstätigkeit (aktives Dienstverhältnis oder betriebliche Tätigkeit) von mehr als € 11.000,00 erzielst, für die außerhalb der Wohnung ein anderer Raum zur Verfügung steht. Mit diesem Arbeitsplatzpauschale werden sämtliche Aufwendungen, die aus der betrieblichen Nutzung der Wohnung entstehen, berücksichtigt.

  • € 300,00, wenn du im Kalenderjahr andere Einkünfte aus einer aktiven Erwerbstätigkeit von mehr als € 11.000,00 erzielt werden, für die außerhalb der Wohnung ein anderer Raum zur Verfügung steht. Neben diesem Arbeitsplatzpauschale sind nur Aufwendungen und Ausgaben für ergonomisch geeignetes Mobiliar (insbesondere Schreibtisch, Drehstuhl, Beleuchtung) eines in der Wohnung eingerichteten Arbeitsplatzes bis zu insgesamt € 300,00 (Höchstbetrag pro Kalenderjahr) abzugsfähig. Stehen derartige Ausgaben auch mit Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit in Zusammenhang, sind sie zur Gänze entweder als Werbungskosten oder als Betriebsausgaben zu berücksichtigen (keine Aufteilung).

Bei einem Rumpfwirtschaftsjahr oder bei Wegfall einer Voraussetzung ist für jeden Monat ein Zwölftel des maßgebenden Pauschalbetrages anzusetzen.


 

Steuersenkung der 2. Steuerstufe


Die zweite Tarifstufe wird ab 1.7.2022 von 35 auf 30 Prozent abgesenkt. Damit man in einem Kalenderjahr unterschiedliche Steuersätze vermeidet, beträgt die zweite Stufe im Jahr 2022 32,5 Prozent, welches den Durschnitt des alten und neuen Tarifs darstellt.

Die zweite Tarifstufe wird auf Einkommensteile zwischen 18.000 und 35.000 Euro angewendet. Es ergibt sich daraus eine Steuerersparnis im Jahr 2022 bis zu 425 Euro und ab dem Jahr 2023 bis zu 850 Euro im Vergleich zu 2021.

 

Versteuerung von Kryptowährungen

Bisher waren Erträge aus Kryptowährungen in der Regel nur dann steuerpflichtig, wenn sie innerhalb der Spekulationsfrist von einem Jahr mit Gewinn verkauft wurden.

Ab 1.3.2022 werden Kryptowährungen in das System der Kapitalerträge aufgenommen. Gewinne sind daher ab März 2022 mit 27,5 Prozent steuerpflichtig, wenn die entsprechenden Kryptoassets nach dem 28. Februar 2021 angeschafft wurden.

Somit bleibt nur „Altvermögen“, das vor dem 1.3.2021 angeschafft wurde, weiterhin steuerfrei. Tipp: Dokumentieren Sie den Anschaffungszeitpunkt!

Ein KESt-Abzug ist erst ab 1.1.2023 geplant; realisierte Gewinne zwischen 1.3. und 31.12.2022 muss man in der Einkommensteuer-Erklärung selbst versteuern. Das gilt auch für Gewinne auf einem ausländischen Depot ohne KESt-Abzug.

Ab 1.3.2022 können Verluste mit Gewinnen aus Kapitalvermögen verrechnet werden.

 

Erhöhung Familienbonus Plus und Kindermehrbetrag


Für Familien wird der Familienbonus Plus von 1.500 auf 2.000 Euro pro Jahr angehoben – und zwar ab 1. Juli 2022. Für Kinder ab 18 gibt es 650 anstelle von bisher 500 Euro. Für Niedrigverdiener wird der Kindermehrbetrag stufenweise von 250 auf 350 Euro im Jahr 2022 und auf 450 Euro im Jahr 2023 angehoben.


 

Erhöhung Gewinnfreibetrag


Ab 2022 steigt der Gewinnfreibetrag für die ersten 30.000 Euro von 13 auf 15 Prozent. Bis zu diesem Gewinn sind auch keine Investitionen notwendig. Damit gibt es einen zusätzlichen Absetzposten von bis zu 600 Euro pro Jahr.


 

Neue Sonderausgabe für thermisch-energetischen Sanierung

Nach dem Aus für Sonderausgaben für Wohnraumschaffung und Wohnraumsanierung gibt es nun eine neue Förderung im privaten Wohnbau. Absetzbar werden thermisch-energetische Sanierung und der Ersatz eines fossilen Heizungssystems – aber nur dann, wenn es auch eine entsprechende Bundesförderung gibt. Die Förderung muss in der Transparenz-Datenbank eingetragen sein.

Eine Voraussetzung ist weiters, dass die Ausgaben einer thermisch-energetischen Sanierung 4.000 Euro nach Bundesförderung betragen. Die Sonderausgaben belaufen sich dann auf max. 800 Euro pro Jahr für fünf Jahre. Für den Ersatz eines fossilen Heizungssystems gelten jeweils die halben Werte.

Der Förderantrag muss ab 1.4.2022 gestellt werden und die Auszahlung der Bundesförderung ab dem 1.7.2022 erfolgen.

 

Neuer Klimabonus


Der regionale Klimabonus gilt als Abfederung der neuen CO2-Steuer (CO2-Bepreisung), die im Juli 2022 eingeführt wird. Die Höhe des Klimabonus beträgt pro Jahr und Person maximal 200 Euro und mindestens 100 Euro - abhängig vom Wohnsitz. Kinder erhalten je 50 Prozent der Höhe.


 

GWG Grenze


Die Grenze für die sofortige Absetzung geringwertiger Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens wird für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2022 beginnen, auf EUR 1.000 angehoben.

 

Senkung Krankenversicherungsbeiträge


Ab 1. Juli 2022 sollen die Krankenversicherungsbeiträge für GSVG-Versicherte (Selbständige und Gewerbetreibende) und BSVG-Versicherte (Land- und Forstwirte) für Einkommen unter EUR 2.500 gesenkt werden. Die Senkung ist gestaffelt und beträgt zwischen 1,7 und 0,2 Prozentpunkte der Krankenversicherungsbeiträge. Der Entgang wird den Versicherungsträgern durch den Bund ersetzt.


 

Erhöhung Verkehrsabsetzbetrag


Der Verkehrsabsetzbetrag wird für Einkommen bis EUR 16.000 um EUR 650 erhöht. Bis zu einem Einkommen von EUR 24.500 reduziert sich der erhöhte Verkehrsabsetzbetrag auf EUR 0 – Einschleifregelung.

Ergibt sich eine Einkommensteuer von unter EUR 0, dann sind bis zu EUR 400 an den Abgabepflichtigen zu erstatten – SV-Rückerstattung/Negativsteuer. Dieser Betrag kann sich bei Anspruch auf das Pendlerpauschale auf EUR 500 und bei Anspruch auf den oben angeführte erhöhten Verkehrsabsetzbetrag auf bis zu EUR 650 erhöhen.

 

Ab 2022 normale Steuersätze für Gastronomie, Hotellerie, Kunst und Bücher


Die Umsatzsteuerfreiheit für Schutzmasken wurde um ein halbes Jahr verlängert, aber für Gastrobetriebe, Hotellerie, Kunst und Bücher wurde der verringerte Steuersatz von 5% nicht verlängert. Somit sind ab 01.01.2022 wieder die Steuersätze von 10% und 20% anzuwenden.

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