Informationen für KünstlerInnen und Kunstschaffende

Aktualisiert: Nov 7

Überbrückungsfinanzierung für selbständige Künstlerinnen und Künstler

Die Überbrückungsfinanzierung für selbständige Künstlerinnen und Künstler ist geregelt im Bundesgesetz über die Errichtung eines Fonds für eine Überbrückungsfinanzierung für selbständige Künstlerinnen und Künstler (BGBl. I Nr. 64/2020). Ergänzend dazu gibt es eine Richtlinie des Bundesministers für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport, in der Details z.B zu den Voraussetzungen und zur Antragstellung geregelt sind. weitere Informationen finden Sie auf der Website des Bundesministeriums .

Den Antrag auf eine Beihilfe aus dem Überbrückungsfonds finden Sie hier.


1. Anspruchsberechtigte  1.1. Muss ich Künstlerin/Künstler sein, um eine Beihilfe aus dem Überbrückungsfonds zu erhalten? Ja! Antragsberechtigt sind Personen, die Kunst und Kultur schaffen, ausüben, vermitteln oder lehren. 1.2. Wie stellt die Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) fest, dass ich Künstlerin/Künstler bin? Wenn Sie bei der Versicherungserklärung/Anmeldung bei der Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) künstlerische Tätigkeit(en) angegeben haben, führt die SVS in ihren internen Daten ein entsprechendes Kennzeichen. Ebenso ist in der SVS erfasst, ob Sie Beitragszuschüsse des Künstler-Sozialversicherungsfonds (KSVF) beziehen oder bereits bezogen haben. 1.3. Muss ich Beitragszuschüsse des KSVF beziehen, um die Beihilfe zu erhalten? Nein, das ist keine Voraussetzung. Der Kunstbegriff ist auch nicht ident. 1.4. Kann ich mich nachträglich als Künstlerin/Künstler deklarieren? Sollten Sie in der SVS noch nicht als Künstlerin/Künstler geführt werden, aber tatsächlich künstlerisch tätig sein, können Sie sich im Zuge der Beantragung der Beihilfe nachträglich als Künstlerin/Künstler deklarieren. Die SVS überprüft Ihre Angaben und führt gegebenenfalls eine amtswegige Berichtigung durch. 1.5. Muss ich zu einem gewissen Stichtag bei der SVS versichert sein? Ja! Grundsätzlich gilt der 13. März 2020 als Stichtag. An diesem Tag muss man aufgrund künstlerischer Tätigkeit (siehe Punkt 1.1.) nach dem Gewerblichen Sozialversicherungsgesetz (GSVG) pflichtversichert gewesen sein. Eine „Opting in“-Versicherung (nur Krankenversicherung) auf Antrag ist ausreichend. Wenn aber bis spätestens 13. Juni 2020 die Anmeldung zur Pflichtversicherung oder der „Opting in“-Antrag bei der SVS eingelangt ist, kann ebenfalls eine Beihilfe gewährt werden. Ebenfalls anspruchsberechtigt sind Personen, die im Jahr 2018 und/oder 2019 pflichtversichert waren und zum Stichtag 13. März 2020 künstlerisch tätig gewesen sind. 1.6. Ich bin zwar selbständig tätig, jedoch nicht bei der SVS versichert. Ist das ein Ausschlussgrund für den Bezug der Beihilfe? Ja! Es muss eine Pflichtversicherung oder das „Opting in“ bei der SVS vorliegen (siehe Üunkt 1.5.). 1.7. Kann ich einen Antrag stellen, wenn ich zum Antragszeitpunkt eine Leistung aus der Arbeitslosenversicherung beziehe? Nein! In diesem Fall besteht keine Anspruchsberechtigung. Nach Ende des Leistungsbezuges kann aber (bis spätestens 31.12.2020) ein Antrag auf eine Beihilfe aus dem Überbrückungsfonds gestellt werden.  1.8. Ich bin ein so genannter „Altfall“, dh nach dem ASVG kranken- (ÖGK) und unfallversichert (AUVA) und bei der SVS "nur" pensionsversichert (GSVG). Kann ich trotzdem einen Antrag stellen? Ja! In diesem Fall besteht eine Anspruchsberechtigung, sofern Sie Kunst und Kultur schaffen, ausüben, vermitteln oder lehren. 1.9. Ich beziehe eine Pension. Kann ich eine Beihilfe aus dem Überbrückungsfonds erhalten? Ja! Selbständige Künstlerinnen/Künstler, die eine Leistung aus der gesetzlichen Pensionsversicherung beziehen, sind vom Überbrückungsfonds nicht ausgeschlossen. 1.10. Ich übe weitere Erwerbstätigkeiten aus, zB im Rahmen eines Dienstverhältnisses oder als Beamtin/Beamter. Kann ich eine Beihilfe aus dem Überbrückungsfonds erhalten? Ja! Allerdings wird in derartigen Fällen eventuell die geforderte wirtschaftliche Notlage (siehe Punkt 2) nicht vorliegen und die SVS muss die Beihilfe zurückfordern, wenn die steuerlichen Einkünfte 2020 insgesamt die Höchstbeitragsgrundlage (75.180 Euro) erreichen oder übersteigen (siehe Punkt 5.4.). 2. Anspruchskriterien 2.1. Welche Kriterien entscheiden darüber, ob jemand eine Beihilfe erhält? Es muss ein Hauptwohnsitz in Österreich bestehen UND eine durch Covid-19 verursachte wirtschaftliche Notlage vorliegen. Das bedeutet, dass die laufenden Kosten (Lebenshaltungs- und Betriebskosten) nicht mehr gedeckt werden können oder die Weiterführung der künstlerischen Tätigkeit gefährdet ist. 2.2. Wie muss ich meine wirtschaftliche Notlage nachweisen? Für eine Beihilfe aus dem Überbrückungsfonds sind weder schriftliche Vereinbarungen als Nachweis noch eine Argumentation zu Einnahmenausfällen notwendig. Im Antragsformular muss angekreuzt werden, dass eine wirtschaftliche Notlage durch Covid-19 gegeben ist und die laufenden Lebenshaltungs- und Betriebskosten nicht mehr gedeckt werden können. Mit dem Unterzeichnen des Antrags wird eine eidesstattliche Erklärung abgegeben, dass sämtliche Angaben nach bestem Wissen und Gewissen richtig und vollständig sind. Den Antrag für eine Beihilfe aus dem Überbrückungsfonds finden Sie hier. 3. Höhe der Beihilfe

3.1. Wie hoch ist die Beihilfe aus dem Überbrückungsfonds? Die Beihilfe beträgt maximal 10.000 Euro in Form einer Einmalzahlung. 3.2. Ich habe bereits Zahlungen aus dem Härtefallfonds der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) erhalten. Reduziert das die Höhe der Beihilfe? Ja! Leistungen aus dem Härtefallfonds der WKO werden angerechnet. Im Antragsformular sind die Leistungen anzugeben. Beispiel: Sie haben aus der Phase 1 des Härtefallfonds bereits 1.000 Euro erhalten. Die Beihilfe aus dem Überbrückungsfonds beträgt dann max. 9.000 Euro. Unrichtige Angaben zum Leistungsbezug können zur nachträglichen Rückforderung der Beihilfe führen. Die Soforthilfe (Phase 1) des KSVF wird nicht angerechnet. Wenn Sie eine Leistung aus dem Überbrückungsfonds erhalten, steht diese einer weiteren Leistung aus dem Härtefallfonds entgegen und eine Antragstellung beim Härtefallfonds ist dann nicht mehr möglich. 4. Erhöhung des Maximalbetrags

4.1 Ab wann wurde der Maximalbetrag von 6.000 Euro auf 10.000 Euro erhöht? Die Beihilfe beträgt ab 7.10.2020 maximal 10.000 Euro. Alles andere ändert sich nicht. 4.2 Ich habe bereits vor der Erhöhung des Maximalbetrags eine Beihilfe bekommen. Kann ich nun eine Erhöhung beantragen? Ja! Es ist ein neuerlicher Antrag notwendig. Das Antragsformular finden sie hier. 4.3 Welche Kriterien entscheiden darüber, ob ich eine erhöhte Beihilfe erhalte? Es müssen dieselben Voraussetzungen und Bedingungen wie beim Erstantrag erfüllt werden. Auch zum Zeitpunkt, zu dem der Erhöhungsantrag gestellt wird, muss ein Hauptwohnsitz in Österreich vorliegen und es darf kein Arbeitslosengeld bezogen werden. Die durch Covid19 verursachte wirtschaftliche Notlage muss weiterhin bestehen. 4.4 Im Erhöhungsantrag wird nach den Leistungen aus dem Härtefallfonds gefragt. Welchen Betrag muss ich angeben? Leistungen aus dem Härtefallfonds werden von der Wirtschaftskammer ausbezahlt. Im Erhöhungsantrag ist die Summe aller dieser Leistungen, die bis zur Antragstellung (Erhöhungsantrag) ausbezahlt und/oder zugesagt wurden, anzuführen. Beihilfen, Förderungen, usw. von anderen Stellen (z.B. Künstlersozialversicherungsfonds oder SVS – Erstantrag Künstlerüberbrückung) sind nicht anzuführen.

5. Vorbereitung der Beantragung

5.1. Wo muss ich den Antrag stellen? Für die Abwicklung der Beihilfe ist die SVS zuständig. Diese muss daher bei der SVS beantragt werden. Der Antrag kann direkt über die Website ausgefüllt werden. Auf Wunsch wird Ihnen ein Antragsformular auch zugesandt, welches Sie bitte an die Sozialversicherung der Selbständigen, Wiedner Hauptstraße 84 - 86, 1051 Wien retournieren. Der Antrag kann auch in allen SVS-Kundencentern und bei den SVS-Beratungstagen ausgefüllt und abgegeben werden. 5.2. Ist gegebenenfalls ein Antrag auf eine Beihilfe aus dem Überbrückungsfonds zu einem späteren Zeitpunkt sinnvoller? Diese Beurteilung obliegt Ihnen als Antragstellerin/Antragsteller, da nur Sie Ihre individuelle Situation kennen. 5.3. Ist dies überhaupt zu einem späteren Zeitpunkt möglich? Grundsätzlich ist die Antragstellung bis 31.12.2020 möglich, vorbehaltlich der budgetären Mittel. Dh wenn die finanziellen Mittel des Überbrückungsfonds erschöpft sind, führt auch ein rechtzeitig gestellter Antrag nicht mehr zur Auszahlung einer Beihilfe. 5.4. Welche Unterlagen sind erforderlich und in welcher Form sind sie einzureichen? Die SVS benötigt den vollständig ausgefüllten Antrag und zwecks eindeutiger Feststellung der Identität der Antragstellerin/des Antragstellers eine Ausweiskopie. Weitere Unterlagen sind zunächst nicht erforderlich. Den Antrag finden Sie hier (Online mit digitaler Signatur). Die PDF-Version finden Sie hier (389.9 KB)  (zum Ausdrucken). Er kann mit Handysignatur elektronisch übermittelt oder online ausgefüllt, ausgedruckt, unterschrieben und per Post oder Mail (Scan/PDF) übermittelt werden. 5.5. Inwiefern beeinflusst mein Vermögen, oder das Einkommen der Partnerin oder des Partners die Beihilfe? Für die Überbrückungsfinanzierung sind nur die im Antrag angeführten Daten relevant. 5.6. Ich habe eine Zusage für ein Arbeitsstipendium von einem Bundesland. Hat das Einfluss auf die Beihilfe aus dem Überbrückungsfonds? Die Zusage eines Arbeitsstipendiums hat keinen Einfluss auf die Gewährung der Beihilfe. 5.7. Ich habe auch Unterstützung aus einer Verwertungsgesellschaft erhalten. Hat das Einfluss auf die Beihilfe aus dem Überbrückungsfonds? Die Zusage einer Verwertungsgesellschaft hat keinen Einfluss auf die Gewährung der Beihilfe. 5.8. Muss ich die Beihilfe zurückzahlen, wenn ich im Herbst oder Winter derzeit nicht absehbare/zu erwartende Aufträge bekomme? Grundsätzlich hat das keinen Einfluss auf eine bereits ausgezahlte Beihilfe. Führen diese Aufträge dazu, dass die Summe der steuerlichen Einkünfte im Jahr 2020 die Höchstbeitragsgrundlage erreicht oder übersteigt, ist die Beihilfe allerdings zurückzufordern/-zahlen.

6. Auszahlung 6.1. Wie schnell bekomme ich die Beihilfe? Anträge auf Beihilfe aus dem Überbrückungsfonds werden so rasch als möglich durch die SVS bearbeitet. Unmittelbar nach der Entscheidung erhalten Sie eine schriftliche Antwort, die Überweisung wird üblicherweise längstens zwei Arbeitstage später in Auftrag gegeben. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie alle Angaben vollständig und korrekt machen und die Ausweiskopie mitschicken. Unvollständige Anträge werden nicht bearbeitet, sondern zwecks Vervollständigung retourniert. Dafür wird eine Frist von 14 Tagen gesetzt. Werden bis dahin nicht alle Unterlagen vollständig übermittelt, gilt der Antrag als zurückgezogen und wird nicht weiter bearbeitet. Ein weiterer Antrag kann aber (bis 31.12.2020) gestellt werden. 6.2. Ist die Beihilfe steuerbefreit? Ja! Die Beihilfe aus dem Überbrückungsfonds für selbständige Künstlerinnen und Künstler ist steuerbefreit. Damit wird sie auch nicht bei der Ermittlung der Beitragsgrundlage nach dem GSVG herangezogen. 6.3. Ist die Beihilfe ein nicht rückzahlbarer Zuschuss? Ja! Die Beihilfe aus dem Überbrückungsfonds für selbständige Künstlerinnen und Künstler ist, bei Einhaltung der entsprechenden Vereinbarungen mit dem Fonds sowie der gegenständlichen Richtlinie nicht rückzahlbar. Beachten Sie aber bitte, dass es unter gewissen Umständen zu Rückforderungen kommen kann, beispielsweise wenn bewusst unrichtige Angaben gemacht werden oder Kontrollpflichten be-/verhindert werden. 6.4. Kann die Beihilfe zurückgefordert werden? Ja! Wenn Sie im Jahr 2020 insgesamt einkommensteuerpflichtige Einkünfte vor Steuern in Höhe der jährlichen Höchstbeitragsgrundlage (75.180 Euro) oder darüber erwirtschaften, ist die Beihilfe durch die SVS zurückzufordern. Dabei sind nicht nur die Einkünfte aus der selbständigen künstlerischen Tätigkeit zu berücksichtigen, sondern z.B auch Einkünfte aus anderen selbständigen Tätigkeiten, aus Dienstverhältnissen, aus einem Pensionsbezug oder aus Vermietung und Verpachtung. Die SVS muss das im Nachhinein anhand des rechtskräftigen Einkommensteuerbescheides für das Jahr 2020 überprüfen. Der Bezieher der Beihilfe hat alle zur Überprüfung der Gewährung der Beihilfe notwendigen Aufzeichnungen zu führen und sieben Jahre aufzubewahren. Das zuständige Finanzamt ist berechtigt, die Richtigkeit der vom Beihilfenwerber vorgelegten Unterlagen bzw. die Bestätigungen zu überprüfen. 6.5. Kann ich die Beihilfe meiner Ehepartnerin/meinem Ehepartner abtreten oder zugunsten eines Gläubigers verpfänden? Nein! Das ist nicht zulässig. Die Förderung darf nur an den Antragsteller ausgezahlt werden, Antragsteller und Kontoinhaber müssen daher ident sein. 6.6. Kann die SVS die Beihilfe einbehalten, um sie mit rückständigen Beiträgen auf meinem SVS-Konto zu verrechnen? Nein! Eine derartige Aufrechnung ist nicht vorgesehen/zulässig. 6.7. Scheint es irgendwo auf, dass ich die Beihilfe bezogen habe? Ja! Die SVS muss den Leistungsbezug an die Transparenzdatenbank des Finanzministeriums melden. 7. Weitere Unterstützungsleistungen 7.1. Ich bin Künstlerin/Künstler, aber erfülle die Kriterien für eine Beihilfe aus dem Überbrückungsfonds nicht. Wohin kann ich mich wenden? Künstlerinnen/Künstler und Kulturvermittlerinnen/-vermittler, die die Anspruchskriterien nicht erfüllen, können sich an den Covid-19-Fonds des Künstler-Sozialversicherungsfonds oder den Härtefallfonds der WKO wenden wenden. Unterstützung für Künstlerinnen/Künstler gibt es auch bei Verwertungsgesellschaften. Weitere Stellen sind das AMS, die zuständigen Stellen für die Mindestsicherung oder private Ausfallsversicherungen. Eine abschließende Aufzählung ist leider nicht möglich, da dies immer vom jeweiligen Einzelfall abhängt.   7.2. Kann ich bei mehreren Stellen gleichzeitig einen Unterstützungsantrag stellen? Könnte das nachteilig sein? Ja, das könnte nachteilig sein bzw. zu einer Verzögerung der Bearbeitung führen. Lesen Sie daher die jeweils online verfügbaren Informationen über den Überbrückungsfonds, den Härtefallfonds (WKO) und den Künstler-Sozialversicherungsfonds sorgfältig durch, bevor Sie einen Antrag stellen.

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